Soest, Dasselwall 37, Zufahrt mit Hausansicht

Soest, Dasselwall 37, Eckansicht von Südwesten

Soest, Dasselwall 37, Ansicht mit Garage

Soest, Dasselwall 37, Ansicht von Nordwesten

Soest, Dasselwall 37, Gartenansicht mit Wasserbecken

Soest, Dasselwall 37, Detail Gartenfassade

Soest, Dasselwall 37, Haupteingang

Soest, Dasselwall 37, Zeichnung aus dem Bauantrag von 1933

Soest, Dasselwall 37, Grundriss Erdgeschoss

Soest, Dasselwall 37, Grundriss Obergeschoss

Soest, Dasselwall 37, Gartenplan

Wohnhaus Dasselstraße

Dasselwall 37, 59494 Soest

Legende für Merkmale

IconObjekt hat Auszeichnung

IconObjekt ist denkmalgeschützt

IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

IconObjekt der Route der Wohnkultur

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denkmalgeschütztes Objekt

1933-34

Moderne

Hermann Stöckmann

Hermann Stöckmann

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Wohnhaus Dasselstraße

Dass der Kunstlehrer Hermann Stöckmann im Jahr 1933 noch eine Baugenehmigung für das von ihm selbst entworfene Wohnhaus moderner Prägung erhalten hat, ist beachtlich. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten ging umgehend eine Verstärkung bei der Anwendung von Gesetzen und Vorschriften einher. Das preußische Verunstaltungsgesetz wurde bereits seit 1902 angewendet, allerdings mehr oder weniger stringent. Wichtig war vor allem die Wahrung eines einheitlichen Ortsbildes, der bei der Beantragung von Häusern des Neuen Bauens häufig durch den Verzicht auf ein Flachdach bereits Genüge getan wurde. Ab 1933 ging es aber nicht mehr um bloße ästhetische, volkstümelnde Interessen, die der Moderne skeptisch gegenüber standen. Stattdessen stand die Gleichschaltung von Kunst und Architektur im Mittelpunkt, die individuelle und extravagante Entwürfe den Gebäuden von öffentlichem Interesse vorbehielt. Vielerorts wurden Entwürfe bekannter Architekten des Neuen Bauens ab 1933 nicht mehr ausgeführt. Das Haus am Dasselwall, gegenüber der Altstadtmauer, wurde jedoch genehmigt und gebaut – ein seltener Fall nicht nur in Westfalen.

Das Haus ist fast würfelförmig und steht auf einem großzügigen Gartengrundstück. Der weiß verputzte Kubus ruht auf einem Sockelgeschoss, dessen Naturstein sich vom übrigen Gebäude absetzt. Der Eingang wird über eine Treppe erreicht. Oberhalb von der Tür gliedern drei schmale Fenster die Fassade. Auf der angrenzenden Fassade führt eine Tür, die wie die Eingangstür in der Mitte der Fassade liegt, auf einen kleinen Balkon. Über dem Vordach der Balkontür markieren zwei Mauerzungen die Mitte der Wand. Rechts und links davon befinden sich zwei große Fenster. Die Gestaltung dieser Seite erinnert an eine Ikone der modernen Architektur: das Haus New Ways gilt als das erste Haus modernen Baustils in England. Peter Behrens hat es 1925 in Northampton geplant und seinerzeit für viel Furore gesorgt. Die strenge symmetrische Gliederung der Fassaden betonte Behrens durch eine senkrechte Treppenhausverglasung über dem Vordach der Eingangstür. Die dreifach geteilten großen Fenster finden wir nahezu identisch am Haus von Hermann Stöckmann in Soest wieder. Dass Stöckmann sich prominente Vorbilder für sein Projekt suchte, ist naheliegend. Schließlich war er selber kein Architekt, sondern Kunstlehrer und dementsprechend vermutlich eher durch Abbildungen in Zeitschriften beeinflusst als durch eine ihm eigene Entwurfshaltung.

Zum Wohnhaus in der Dasselstraße gehört der Garten als wesentlicher Bestandteil des Ensembles. Die Gartengestaltung entspricht den gestalterischen Ideen der Moderne: ein großzügig gestalteter Vorgarten empfängt den Besucher und verweist auf den gehobenen Lebensstandard der Bewohner. Dazu passt die Auffahrt fürs Auto, die in eine Garage im Sockelgeschoss des Hauses mündet. Die sichtbare Platzierung von Garagen und Auffahrten war in den 1920er und 1930er Jahren etwas Besonderes, da der Besitz eines Autos durchaus kostspielig war. Für einige Autobesitzer war Autofahren vor allem eine Art Sport, wenngleich die Einführung eines Tempolimits im Jahr 1934 von 30 km/h einen eher gemäßigt sportlichen Fahrstil ermöglicht haben wird.

Typisch für die Zeit ist zudem die Anlage eines Gemüsegartens auf der Rückseite des Hauses. Die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse und das Halten von Hühnern war allgemein verbreitet und wurde sogar in den Innenhöfen von Mietshäusern akzeptiert.

Alles in allem lassen sich am Haus Stöckmann verschiedene Merkmale der Moderne ablesen, vom weiß verputzten Kubus mit Flachdach und symmetrischen Akzenten über die repräsentative Eingangsseite mit einer Auffahrt bis hin zum Nutzgarten auf der Rückseite des Hauses. Stöckmann hat sich ein Wohnhaus der Moderne wie aus dem Baukasten errichtet, das durch besondere Details wie die Mittelsenkrechte über der Balkontüre besticht.

Autor: Dr. Viviane Taubert, Dr. Stephan Strauß (Strauß Fischer Historische Bauwerke, Krefeld/Bremen), im Auftrag der LWL-DLBW
Zuletzt geändert am 22.04.2020

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