Ansicht des Wäschereigebäudes der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt von Nordosten

Wäschereigebäude der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt

Bergische Landstraße 2 (Direktion LVR-Klinikum), Gebäude 28, 40629 Düsseldorf

1928–1930

Moderne

Hochbauabteilung der Provinzialverwaltung der Rheinprovinz
Konrad Rühl
(Architekt)

Provinzialverwaltung der Rheinprovinz

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Wäschereigebäude der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt

Frische Luft, Licht, Klarheit und Hygiene stellten sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts als maßgebliche Faktoren dar, um die körperliche und psychische Gesundheit von Patienten zu fördern. Insofern war es naheliegend, dass der Stil des Neuen Bauens, der diese Faktoren in der Architektur repräsentierte, gepaart mit medizinisch-technischen Innovationen, europaweit für Sanitätsbauten angewandt wurde. Das Rheinland tritt in diesem Zusammenhang weniger durch monumentale Klinikneubauten in Erscheinung als durch eine Vielzahl kleinerer Krankenhausneu- und Ergänzungsbauten. Auch die Provinzialverwaltung der Rheinprovinz, in deren Nachfolge der heutige Landschaftsverband Rheinland (LVR) steht, hatte – vorübergehend – eine durchaus moderne, an das Neue Bauen anknüpfende Seite. Sie war eng mit dem Namen des Landesoberbaurates Konrad Rühl verknüpft und manifestierte sich in einer ganzen Reihe, inzwischen leider verschwundener oder stark beeinträchtigter Gebäude: Die Blindenschule in Düren, das Frauenkrankenhaus in Johannistal bei Süchteln (Viersen), die psychiatrische Kinderklinik in Bonn, aber auch Verwaltungsbauten wie die Landesbauämter in Kleve und Siegburg und die Erweiterung des Landeshauses in Düsseldorf gehen auf Planungen Rühls zurück. Allesamt fanden sie zwischen 1930 und 1933 als Beispiele progressiver Bauformen in öffentlicher Trägerschaft ein positives Echo in überregionalen Fachzeitschriften.

Die Küchen- und Wäschereigebäude der Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt in Düsseldorf-Grafenberg ergänzen eine ab 1872 errichtete Klinikanlage mit fünf landhausähnlichen Gebäudekomplexen. Dies war nicht nur wegen der gestiegenen Patientenzahlen erforderlich geworden, sondern auch, weil nach modernen hygienischen Gesichtspunkten Funktionen stärker zu trennen waren; so wurden etwa Koch- und Waschküche, die sich ursprünglich in einem Gebäude befanden, von Rühl nun in zwei Bauten untergebracht. Die Waschküche wurde zudem an den äußersten Rand des Klinikkomplexes verlegt. Die Räume entsprachen in ihrer Abfolge den Arbeitsabläufen und hygienischen Anforderungen. Sie wurden nicht nur mit der neuesten technischen Einrichtung (Hochdruckkesselanlage, Wasch- und Schleudermaschinen, elektrische Bügeleisen etc.) ausgestattet, sondern ausdrücklich sollten sie übersichtlich, hell und sonnig sein. Ihre zweckmäßige Einrichtung und Anlage sollte insbesondere den Patienten ermöglichen, hier störungsfrei zu arbeiten – schließlich galt eine sinnvolle Betätigung als wichtiges Heilmittel der psychisch Erkrankten.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 11.07.2019

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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Gesundheitswesen (Kliniken, Praxen)

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