Fassade und Eingangsbereich des Ufa-Lichtspielhauses

Ringhaus Ufa-Palast

Hohenzollernring 22–24, 50672 Köln

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denkmalgeschütztes Objekt

1931

Moderne

Architekt Wilhelm Riphahn
Architekt Caspar Maria Grod

Karl Schultheis AG
Lemper, Dampfziegelei

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Ringhaus Ufa-Palast

Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod, die beiden Architekten des Ufa-Lichtspielhauses, trafen eine funktionale Entscheidung. Sie entwarfen einen Komplex, der bei Tag und Nacht auf seine je eigene Art genutzt werden konnte. Parallel zum Hohenzollernring erstreckte sich ein Büro- und Geschäftshausriegel mit sechs Geschossen, von denen zwei attikaartig zurücksprangen. Horizontale Fensterbänder mit blau gestrichenen, vertikal schwenkbaren Stahlrahmen bestimmten die weitgehend transparente Fassade; die schmalen Brüstungen waren mit Muschelkalkstein verkleidet. Die mit Schwemmsteinen ausgefachte Skelettkonstruktion wurde nach einem neuartigen System des Statikers Oskar Abisch errichtet, der die Stahlskelette teilweise verschweißen ließ, anstatt sie zu löten oder zu nieten. Die damit verbundenen Materialeinsparungen reduzierten nicht nur die Kosten, sondern auch das Gewicht der Konstruktion. Große Spannweiten der Decken und eine extrem flexible Raumeinteilung wurden dadurch möglich.

Über das Erdgeschoss erreichten die Besucher den im Inneren des Komplexes untergebrachten Kinosaal. Hinter einer nüchtern gehaltenen Kassenhalle schloss sich ein gelb gestrichenes Foyer an, dessen zwei Ebenen durch eine geschwungene, zweiläufige Treppe verbunden waren. Der ovale Zuschauerraum mit dem seinerzeit größten Gewölbe Westdeutschlands verjüngte sich zur Optimierung der Akustik trichterförmig. Auf seitliche Ränge wurde verzichtet; lediglich ein mittlerer Rang, der frontale Sicht ermöglichte, war in die Eisenbinderkonstruktion eingehängt. Die gedeckten Farbtöne der Einrichtung und das gedämpfte, indirekte Licht steigerten die Stimmung spannungsvoller Erwartung vor dem Beginn der Aufführungen. Obwohl die technische Ausstattung eine multifunktionale Nutzung des Raumes auch für Theateraufführungen und Konzerte ermöglichte, war das Haus in Funktion und Raumabfolge ganz auf den Kinobetrieb ausgerichtet.

Für Riphahn, der in den 1920er Jahren hauptsächlich mit seinen Siedlungen bekannt geworden war, war der Ufa-Palast der erste Kinobau. Der Startpunkt für seine Nachkriegskarriere als Architekt urbaner Zentrumsbauten in Köln – wie dem Opernhaus – war gesetzt.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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