Kamillianerkrankenhaus mit Kirche St. Kamillus

Kamillianerstraße 40, 41069 Mönchengladbach

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denkmalgeschütztes Objekt

1928–1931  

Moderne

Architekt Dominikus Böhm

Deutsche Ordensprovinz des katholischen Ordens der Kamillianer

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Kamillianerkrankenhaus mit Kirche St. Kamillus

Die deutsche Ordensprovinz der Kamillianer beauftragte Dominikus Böhm 1928 mit dem Entwurf für eine Niederlassung in Dahl, die ein Kloster mit Noviziat, Krankenhaus und Altenheim für Ordensmitglieder umfasste, ebenso wie eine Kirche, die auch als Pfarrkirche dienen sollte. Noch bevor die Räumlichkeiten bezogen wurden, entschloss man sich jedoch, in Zusammenarbeit mit der Landesversicherungsanstalt der Rheinprovinz, hier eine Spezialklinik für die Behandlung von Asthmapatienten einzurichten. Jene Bauteile, die für Noviziat und Altenheim vorgesehen waren, wurden umgewidmet und entsprechend dem neuen Zweck als Asthmakrankenhaus eingerichtet. Dabei wurden nur wenige bauliche Veränderungen durchgeführt, etwa der Anbau von verglasten Liegehallen an der Südfassade.

Im Norden der Anlage befindet sich die nach Westen ausgerichtete, auf einer Anhöhe liegende Kirche, die über eine langsam ansteigende Treppenanlage zu erreichen ist; an ihrem Ende steigt die Turmfassade monumental wie ein romanisches Westwerk auf. Sie ist mit dunkel gebrannten Ziegeln verklinkert; nach oben wurden zunehmend unregelmäßige Exemplare eingesetzt, die einen rauen, rustizierenden Effekt haben. Abgesehen von den bogenförmigen Schallarkaden des Glockenturms ist die Fassade durch drei sehr schmale, an überlängte romanische Bögen erinnernde Eingangs- und Fensteröffnungen bestimmt, deren mittlere, als Stufenportal ausgebildet, fast vollständig bis an die Traufe des flachen Dachs hochgezogen ist. Im Inneren eröffnet sich eine lichtdurchflutete, stützenlose, halbrund geschlossene Halle, die in ihrer gläsernen Leichtigkeit einen starken Kontrast zur Massivität der Fassade darstellt: Der gesamte Chorraum ist mauerlos durch eine Reihe bis zur Decke reichender, rechteckiger Fensterfelder verglast – konstruktiv ermöglicht durch Eisenbetonstützen. Bartnings Stahlkirche auf der Kölner Pressa-Ausstellung kommt unwillkürlich in den Sinn. Durch die gebogene Chorfensterwand erreichte Böhm eine Betonung des um einige Stufen erhöhten Altarraums, die durch die perspektivische Wirkung der zum Altar hin sanft abfallenden Decke abermals gesteigert wird.

Die Räume des „profanen“ Bereichs erfüllten ihre Funktion als zweckmäßig eingerichtete Krankenzimmer und nach neuesten medizinischen Gesichtspunkten ausgestattete Behandlungsräume. Das Gebäude weist im Süden eine schlichte Fassade mit regelmäßig angeordneten Fensterausschnitten auf, während die nördliche Fassade ursprünglich durch Vor- und Rücksprünge sowie verschiedene Fensterformate lebhafter wirkte und zu Klausur und Kirche vermittelte. Im Gegensatz zum urwüchsigen Klinker der Kirche strahlte der weiße Putz in den Augen eines zeitgenössischen Kritikers eine dem Zweck entsprechende freundlich-sanitäre Helle aus.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 11.07.2019

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Kategorien:
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