Siedlung Bickendorf ll

Katholische Kirche St. Dreikönigen in der Siedlung Bickendorf II

Siedlung Bickendorf II

Begrenzungsstraßen: Venloer Straße, Akazienweg, Grüner Brunnenweg, Häuschensweg, 50827 Köln

Legende für Merkmale

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IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

IconObjekt der Route der Wohnkultur

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denkmalgeschütztes Objekt

1922–1931

Moderne

Architekt Wilhelm Riphahn
Architekt Caspar Maria Grod

GAG (Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau) Köln

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Siedlung Bickendorf II

Wie der Name bereits nahelegt, folgte der Bau der Siedlung Bickendorf II einer ersten Bickendorfer Siedlung, die auf Planungen vor dem Ersten Weltkrieg zurückging. Sie war das erste Projekt der 1913 gegründeten, teils städtisch, teils privatwirtschaftlich getragenen Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG). Deren Architekten, Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod, wurden von der GAG auch mit dem Bau der Siedlung Bickendorf II beauftragt. Nach dem Ersten Weltkrieg erforderten die große Wohnungsnot und die schlechte Wirtschaftslage ein dichteres Bebauungskonzept mit einer merklich höheren Bebauung und Geschosswohnungen zur Miete. Gegenüber der malerischen Dörflichkeit der ersten Siedlung entstand, hierin wohl auch durch Fritz Schumachers städtebauliche Visionen für Köln beflügelt, ein viel städtischer wirkendes Quartier, zu dem auch eine Reihe von Läden und eine katholische Kirche gehörten. Rückgrat des Entwurfs ist eine theatralisch inszenierte Symmetrieachse mit dem zentralen Rosenhof am östlichen Ende und der Kirche im Westen.

Im Unterschied etwa zu den großen Berliner Siedlungen der Weimarer Zeit wird der Kirchenbau im katholischen Rheinland und hier in Köln früh zum integralen Bestandteil des Siedlungsbaus. Zunächst von Riphahn und Grod als geradezu barock anmutender Point de Vue in der Hauptachse der Siedlung stehend geplant, wurde die 1927/1928 von Hans Peter Fischer und Heinrich Forthmann erbaute Kirche mit ihren charakteristischen Lanzettfenstern schließlich neben die Achse gerückt und so gedreht, dass der Kirchplatz die Mitte der Siedlung bildet. Gegenüber der Kirche von Riphahn und Grod, die ein mächtiges Westwerk haben sollte, ist Fischers ausgeführter Bau viel schlanker und mit seinem aus der Mitte gerückten Turm auf die Eckansicht kalkuliert. Erst in der → Weißen Stadt bildeten das städtebauliche Konzept und die malerische Massengruppierung der Kirche, die Riphahn und Grod hier selbst entwerfen durften, eine Einheit.

Der zentrale Platz der Siedlung, der Rosenhof, ist im Unterschied zu anderen „Höfen“ (z. B. der → Blaue Hof) nicht eigentlich ein Innenhof, sondern ein ringsum von Straßen begrenzter, öffentlicher Gartenplatz. Ungewöhnlich, aber aufgrund der Sonneneinstrahlung folgerichtig, sind die Geschosswohnungen mit ihren Küchen und den anschließenden Loggien an drei Seiten auf den öffentlichen Raum ausgerichtet. Sie Loggien werden hier zum auslösenden Moment einer horizontal gestreiften Fassade, die die Bewohnerschaft als Kollektiv zusammenfasst. Prägend ist der Farbkontrast zwischen der vordersten weißen Ebene der Fassade mit den Brüstungen und dem warmen Ocker der leicht eingezogenen Treppenhausfronten und der jeweils beidseitig anschließenden Loggien. Für das Farbkonzept hatten Riphahn und Grod die mit ihnen befreundeten Künstler Franz W. Seiwert und Heinrich Hoerle aus dem Kreis der Kölner Progressiven herangezogen.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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