Dortmund, Max-Ophüls-Platz 2, ehem. Pädagogische Akademie von Nordwesten

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Direktorenhaus

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Ansicht von Osten

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Ansicht von Osten

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Ansicht Rheinlanddamm

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Ansicht von Südwesten

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Detailansicht von Osten

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Blick ins Treppenhaus

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Blick ins Treppenhaus

Dortmund, ehem. Pädagogische Akademie, Bank im Treppenhaus

Pädagogische Akademie (heute Fachhochschule Dortmund)

Max-Ophüls-Platz 2, 44137 Dortmund

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denkmalgeschütztes Objekt

1929-30

Moderne

Paul Fehmer

Stadt Dortmund

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Pädagogische Akademie (heute Fachhochschule Dortmund)

Die Ideen der Lebensreformbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts machten auch vor der institutionalisierten Pädagogik nicht Halt. So erfuhr die Ausbildung von Lehrern in den 1920er Jahren eine umfassende Reform, die von der starren Hierarchie zwischen Dozenten und Lehranwärtern abrücken wollte zugunsten eines auf Dialog basierenden Ausbildungskonzepts. Diesen strukturellen Änderungen sollte schließlich auch durch entsprechende Neubauten der nötige Raum gegeben werden; insgesamt entstanden reichsweit 15 sogenannte Pädagogische Akademien. Die Dortmunder Akademie entwarf Regierungsbaurat Paul Fehmer, dessen Bauwerk nach einer für heutige Verhältnisse äußerst kurzen Bauzeit von etwas über einem Jahr im Oktober 1930 eröffnet werden konnte. Dem Gebäude konnte die pädagogische Gleichschaltung unter den Nationalsozialisten, die nur drei Jahre später erfolgte, nichts anhaben, und auch die Kriegsjahre überstand es mit vergleichsweise geringen Beschädigungen.

Das Gebäude erhebt sich am heutigen Rheinlanddamm mit drei bis fünf Geschossen auf einem L-förmigen Grundriss. Es wird im Norden von einem höheren, kopfbau-artigen Querriegel begrenzt. Durch diese Grundrissform entsteht ein großzügiger Innenhof. Lange Fensterbänder ziehen sich über die Fassaden, die teilweise mit hellem Muschelkalkstein gerahmt sind. Dadurch wird der Band-Eindruck noch erheblich verstärkt. In der Schrägsicht scheinen die Fenster bis ins Unendliche zu laufen. Ebenfalls mit Muschelkalk eingefasst sind die Eingänge. Der Haupteingang befindet sich an der Ecke zum Rheinlanddamm. An dieser Stelle tritt der Querriegel über die Mauerflucht des anschließenden L-förmigen Baukörpers hervor. Die großflächige Verblendung mit Muschelkalksteinplatten und das große Fenster über dem Eingang betonen den Eingangstrakt. Fehmer verwendet für diese Art der Akzente vornehmlich bauliche Mittel. Auf Ornamentik verzichtet er ganz, stattdessen setzt er auf die Komposition des Gebäudes, auf die Größenverhältnisse der Mauerflächen und Traufhöhen zueinander, und auf die Ästhetik des Materials. Der helle Muschelkalk setzt sich effektvoll vom rot changierenden Klinker ab.

Auch im Innenraum lässt Fehmer vor allem das Gebäude selbst sprechen. Leuchtend rote Fliesen begrüßen die Eintretenden im Foyer und weisen ihnen mittels Fliesenspiegel und Türumrandungen den Weg. Hier und da finden sich andersfarbige Fliesen um dezente Muster zu erzeugen.

Die Pädagogische Akademie wurde einst auf einer freien Fläche errichtet. Auf dem Grünstreifen in der Mitte des Rheinlanddamms und unmittelbar vor dem Gebäude selbst standen neu angepflanzte, kleine Bäume, sodass der Gesamteindruck sehr viel offener und monumentaler war als heute. Der spätere Bau der benachbarten Fußgängerbrücke stört die einstige Sichtachse entlang der nach Norden führenden Gebäudeseite, sodass das hinter dem Gebäude befindliche ehemalige Direktorenhaus heute nicht mehr unmittelbar auszumachen ist. Es gehört aber zum Ensemble dazu, und entspricht in seinen reduzierten Formen und der Materialwahl dem Hauptgebäude der Akademie. Das Direktorenhaus greift Stilelemente der Akademie auf, etwa das große Fenster über der Eingangstür. Das Vordach über der Tür ist eine Zutat jüngeren Datums und verfälscht bedauerlicherweise den ursprünglichen Eindruck, worunter vor allem die Rolle der Türeinfassung aus Werkstein und die Flächigkeit der Fassade leiden.

Mit der Pädagogischen Akademie ist Dortmund ein bemerkenswertes Beispiel der Architektur des Neuen Bauens erhalten geblieben. Einige wenige Umbauten der Nachkriegsjahre haben das Gebäude zusätzlich bereichert. Die Buntglasfenster von Eberhard Viegener sind bedeutende Beispiele der Glaskunst in der Nachkriegszeit. Heute ist die Pädagogische Akademie Teil der Fachhochschule Dortmund und beherbergt den Fachbereich Design. Eine ideale Verbindung für das Gebäude, dessen Ästhetik einst ausschlaggebend sein sollte für die Inhalte, die darin gelehrt wurden.

Autor: Dr. Viviane Taubert, Dr. Stephan Strauß (Strauß Fischer Historische Bauwerke, Krefeld/Bremen), im Auftrag der LWL-DLBW
Zuletzt geändert am 27.05.2019

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